Quappe — Steckbrief
Der einzige Süßwasserfisch aus der Familie der Dorsche — die Quappe wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Lota lota jagt nachts bei Wassertemperaturen nahe dem Gefrierpunkt, wenn andere Fische längst inaktiv sind. Ihr marmoriertes Muster, die einzelne Kinnbartel und der breite flache Kopf machen sie unverwechselbar. Quappenangeln bedeutet: Dunkelheit, Kälte, Geduld — und ein Fisch, den nur wenige kennen.
Lebensraum
Quappen brauchen saubere, kühle Gewässer mit steinigem oder kiesigem Grund. Sie kommen in großen Flüssen (Elbe, Donau, Rhein, Weser) und tiefen Seen vor. In Bayern (Alpenvorlandseen) und Schleswig-Holstein gibt es noch gute Bestände. In vielen Flüssen sind die Bestände durch Gewässerverbauung und Erwärmung zurückgegangen. Quappen verstecken sich tagsüber unter Steinen, in Spalten und Höhlen. Nachts gehen sie auf Jagd — bevorzugt über steinigem, kiesigem Grund.
Angelmethoden
Grundangeln mit Köderfisch oder Köderfischfetzen ist die Standardmethode. Einfache Grundmontage mit Laufblei (30–60 g) und kurzem Vorfach (20–30 cm). Die Montage direkt auf dem Grund ablegen — Quappen suchen ihre Nahrung ausschließlich am Boden. Mehrere Ruten erhöhen die Chancen. Auch Aalruten mit Knicklicht funktionieren gut. Feederangeln mit Wurm ist eine Alternative.
Köder-Tipps
Köderfischfetzen (Barsch, Rotauge) sind der beste Köder — die Quappe jagt nach Geruch. Ganze kleine Köderfische (5–10 cm). Tauwurmbündel. Fischinnereien (Leber, Herz) sind ein alter Quappen-Geheimtipp. Maden funktionieren als Beifang-Köder. Der Köder muss direkt am Grund liegen und stark riechen — Quappen haben einen ausgeprägten Geruchssinn.
Beste Saison
Die Quappe ist DER Winterfisch. Die beste Fangzeit ist November bis Februar, mit dem Höhepunkt während der Laichzeit im Dezember/Januar. Nachtangeln ist Pflicht — tagsüber beißen Quappen so gut wie nie. Kalte, klare Winternächte mit Temperaturen unter 0°C sind ideal. Je kälter, desto besser — wenn andere Angler längst zu Hause sind, beginnt die Quappensaison erst richtig.
Profi-Tipps
Quappenangeln ist echtes Winterangeln — ziehe dich warm an und bringe heißen Tee mit. Fische an steinigen Uferpartien, Steinpackungen und kiesigen Bereichen. Die meisten Bisse kommen zwischen 18 und 22 Uhr. Quappen schlucken den Köder oft tief: verwende keine zu feinen Haken und sei bereit, den Haken zu lösen. Das Fleisch der Quappe ist hervorragend — weich, weiß und grätenarm, vergleichbar mit Dorsch. Die Leber gilt als Delikatesse.
Häufige Fragen zum Quappe angeln
Wann fange ich Quappen?
Ausschließlich im Winter (November–Februar) und nur nachts. Die beste Beißzeit ist von Einbruch der Dunkelheit bis etwa 22 Uhr. Je kälter die Nacht, desto aktiver die Quappen. Im Sommer sind Quappen praktisch nicht zu fangen.
Wo gibt es noch Quappen in Deutschland?
Gute Bestände gibt es in der Donau und ihren Zuflüssen in Bayern, in den großen Seen Schleswig-Holsteins und in Teilen der Elbe. In vielen Flüssen sind die Bestände leider stark zurückgegangen. Erkundige dich beim örtlichen Verein.
Kann man Quappen essen?
Ja, und wie! Quappenfleisch ist weiß, fest und mild — vergleichbar mit Dorsch, was angesichts der Verwandtschaft nicht überrascht. Die Leber ist eine Delikatesse und wird traditionell gebraten oder in Suppen verwendet.
10 Bundesländer, Angelkarten ab 2 €
Quappe in Deutschland
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