Wels — Steckbrief
Zwei Meter lang, fünfzig Kilo schwer, ein Maul so breit wie ein Eimer — der Wels sprengt jede Vorstellung von einem Süßwasserfisch. Silurus glanis gilt als der größte Süßwasserfisch Europas und ein nachtaktiver Jäger mit sechs Barteln und Sinnesorganen, die das leiseste Zittern eines Beutefischs orten. In warmen Flüssen und tiefen Seen breitet er sich immer weiter aus.
Lebensraum
Welse bevorzugen große, tiefe Flüsse und Seen mit warmem, nährstoffreichem Wasser. Der Rhein, die Donau, der Main, die Elbe und der Neckar sind erstklassige Welsreviere. In Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) sind die Bestände traditionell am stärksten. Auch große Baggerseen und Stauseen halten gute Welsbestände. Die Fische suchen tiefe Gumpen, unterspülte Ufer, Brückenpfeiler und versunkene Bäume als Standplätze. Im Sommer ziehen sie nachts in flachere Bereiche zur Jagd.
Angelmethoden
Ansitzangeln mit Köderfisch (lebend, wo erlaubt, oder tot) auf Grund oder an der Unterwasserpose ist der Klassiker. Klopfen (Wallerholz) vom Boot lockt Welse aus der Tiefe — eine faszinierende, aktive Methode. Spinnfischen mit großen Gummifischen (20–30 cm) und schweren Jigköpfen an tiefen Stellen. Bojenmontage für das Fischen über versunkenen Strukturen. Vertikalangeln an bekannten Welsplätzen.
Köder-Tipps
Köderfische sind die erste Wahl: Brassen, Döbel oder Barsche in 15–30 cm Größe. Tauwurmbündel (10–20 Würmer auf dem Haken) sind ein Geheimtipp. Große Gummifische (20–30 cm) in dunklen Farben. Tintenfisch und Calamari als haltbarer Alternativköder. Pellets und Boilies (24–30 mm) für Ansitzangler, die gezielt auf Wels füttern.
Beste Saison
Die absolute Topzeit für Wels ist der Hochsommer (Juni–August), wenn die Wassertemperaturen über 20°C steigen. Warme, schwüle Nächte sind ideal. Die Laichzeit im Mai/Juni bringt ebenfalls Aktivität — dann sind die Fische aber oft geschont. Im Herbst lassen sich noch gute Fische fangen, im Winter wird es deutlich schwieriger. Nachtangeln ist die produktivste Methode, aber auch in der Dämmerung und an trüben Tagen sind Bisse möglich.
Profi-Tipps
Welsangeln erfordert robustes Gerät: Ruten mit 200–500 g Wurfgewicht, stabile Rollen mit mindestens 200 m 0,40er Geflochtener. Ein Welshandschuh zum Landen ist sicherer als ein Kescher. Große Welse niemals an den Kiemendeckeln greifen — Lippengriff oder Unterkiefergriff verwenden. Nach dem Fang schnell zurücksetzen: Welse sind empfindlich gegenüber längerer Luft-Exposition. An vielen Gewässern gelten besondere Regeln für das Welsangeln.
Häufige Fragen zum Wels angeln
Wie groß werden Welse in Deutschland?
Welse über 2 Meter und 80 kg werden regelmäßig gefangen, vor allem im Rhein, der Donau und großen Baggerseen. Der deutsche Rekord liegt bei über 2,50 m. Die meisten gefangenen Welse sind aber 80–120 cm groß.
Brauche ich ein Boot zum Welsangeln?
Nicht zwingend, aber ein Boot erweitert die Möglichkeiten enorm — besonders für Klopfen und Vertikalangeln. Vom Ufer sind Buhnenköpfe, Brückenpfeiler und tiefe Uferkanten die besten Stellen.
Ist Welsangeln gefährlich?
Nicht direkt, aber unterschätze den Drill nicht. Ein großer Wels kann dich vom Boot ziehen. Feste Schuhe, Welshandschuhe und ein erfahrener Angelpartner sind empfehlenswert. Allein solltest du auf Wels erst mit Erfahrung gehen.
Darf ich Welse zurücksetzen?
Das hängt vom Bundesland und Gewässer ab. In Bayern gilt grundsätzlich die Verwertungspflicht — maßige Fische müssen entnommen werden. In anderen Bundesländern ist Catch & Release oft geduldet. Informiere dich über die lokalen Regelungen.
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