Schleie — Steckbrief
Olivgrün, samtig, und so schleimig, dass sie einem durch die Finger gleitet — die Schleie ist der Fisch für geduldige Frühaufsteher. Tinca tinca lebt versteckt in dichten Pflanzenbeständen flacher Seen und Teiche. Ihre leuchtend rot-orangen Augen sind einzigartig unter europäischen Süßwasserfischen. Wer morgens um fünf bei Taulicht eine Schleie fängt, hat einen guten Tag.
Lebensraum
Schleien lieben flache, warme Gewässer mit reichlich Pflanzenbewuchs und schlammigem Grund. Klassische Schleigewässer sind verkrautete Vereinsteiche, Altarme, Baggerseen mit Seerosenbeständen und flache Buchten größerer Seen. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern findest du hervorragende Schleigewässer. Die Fische halten sich bevorzugt zwischen Seerosen, in Krautlücken und an bewachsenen Uferkanten auf. Tiefes, freies Wasser meiden sie. Im Winter ziehen sich Schleien in den Schlamm zurück und sind kaum zu fangen.
Angelmethoden
Feines Posenangeln ist die klassische und effektivste Methode auf Schleie. Waggler-Pose mit 2–4 g Tragkraft, der Köder knapp über oder auf dem Grund. Wichtig ist eine sensible Bebleiung, damit die Schleie beim Aufnehmen des Köders keinen Widerstand spürt. Method Feeder mit kleinem Futterkorb funktioniert ebenfalls gut. Die Futtermischung sollte dunkel und fein sein, angereichert mit zerdrücktem Mais und gehackten Würmern. Anfüttern am Vortag steigert die Fangchancen deutlich.
Köder-Tipps
Maden (rot gefärbt!) und Würmer sind die Klassiker. Maiskörner — einzeln oder als Doppelmais auf dem Haar — fangen verlässlich. Kleine Boilies (10–14 mm) mit süßem Aroma. Brotflocke direkt am Haken für Oberflächenschleien im Sommer. Mistwürmer und Dendrobena sind im Frühjahr besonders fängig. Köder immer möglichst natürlich und unaufdringlich präsentieren.
Beste Saison
Die beste Schleizeit ist von Mai bis August, mit dem absoluten Höhepunkt im Juni und Juli. Frühe Morgenstunden (4–8 Uhr) und die Abenddämmerung sind die produktivsten Zeiten. Warme, windstille Tage mit leichter Bewölkung sind ideal. Bei kühlem Ostwind oder nach Kaltfrontdurchgängen beißt oft gar nichts. Schleien sind ausgesprochene Warmwasserfische — unter 12°C Wassertemperatur lohnt sich der Versuch kaum.
Profi-Tipps
Schleien verraten ihren Standort durch feine Blasenketten, die beim Gründeln aufsteigen — beobachte die Wasseroberfläche genau. Anfüttern mit dunklem, feinem Futter ist entscheidend. Vermeide Lärm und schwere Schritte am Ufer — Schleien sind extrem scheue Fische. Verwende dunkle, unauffällige Haken (Größe 8–14) und dünne Vorfächer (0,14–0,18 mm). Die Bremse muss perfekt eingestellt sein: Schleien flüchten sofort in Krautfelder und sind dort kaum zu halten.
Häufige Fragen zum Schleie angeln
Woran erkenne ich, dass Schleien am Futterplatz sind?
Feine Blasenketten steigen auf, wenn Schleien im Schlamm gründeln. Manchmal siehst du auch leichtes Wogen der Wasserpflanzen. Diese Zeichen verraten den Standort, noch bevor du einen Biss bekommst.
Welche Gewässer sind typische Schleigewässer?
Flache, verkrautete Teiche und Seen mit Schlammgrund. Altarme, Baggerseen mit Seerosenbeständen und kleine Vereinsteiche. Die besten Schleigewässer findest du in Brandenburg, MV und Niedersachsen.
Warum sind Schleien so schwer zu fangen?
Schleien sind extrem vorsichtig und nehmen den Köder sehr zögerlich auf. Jeder Widerstand beim Fressen lässt sie sofort loslassen. Feines Gerät, sensible Montage und viel Geduld sind der Schlüssel.
Kann man Schleien auch mit Boilies fangen?
Ja, kleine Boilies (10–14 mm) mit süßem Geschmack funktionieren gut. Am besten auf einem feinen Haar anbieten. Allerdings sind Maden, Mais und Wurm insgesamt fängiger.
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