Karausche — Steckbrief
Klein, hochrückig, zäh wie Leder — die Karausche überlebt dort, wo jeder andere Fisch längst aufgegeben hat. In zugewachsenen Dorfteichen, sauerstoffarmen Moortümpeln und fast verlandeten Gewässern hält Carassius carassius durch. Keine Barteln, kleines Maul, messingfarbene Flanken. Ihr Biss am Schwimmer ist so vorsichtig, dass man genau hinsehen muss. Ein Fisch für Puristen.
Lebensraum
Karauschen bevorzugen kleine, stehende und flache Gewässer — Dorfteiche, Tümpel, Altarme, flache Weiher und verwachsene Gräben. Gewässer, die im Winter teilweise zufrieren oder im Sommer wenig Sauerstoff haben, sind typische Karauschenbiotope. In Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen gibt es noch gute Bestände. Wichtig: Karauschen werden oft mit dem Giebel verwechselt, der in vielen Gewässern die echte Karausche verdrängt hat. Echte Karauschenpopulationen sind in Deutschland selten geworden.
Angelmethoden
Feines Posenangeln ist die einzig sinnvolle Methode. Leichte Pose (1–2 g), dünnes Vorfach und kleine Haken — das ist Karauschenfischerei. Die Montage muss so sensibel wie möglich sein, denn Karauschen nehmen den Köder extrem vorsichtig auf. Leichtes Anfüttern mit feinem, dunklem Futter, angereichert mit Maden oder gehackten Würmern. Überfüttern ist der häufigste Fehler — weniger ist mehr.
Köder-Tipps
Maden (einzeln oder als Doppelmade) auf Haken Größe 14–18. Kleine Mistwürmer oder Wurmstücke. Brotkrume, feucht geknetet. Maiskörner für größere Karauschen. Die Köder müssen klein und unaufdringlich sein — eine Karausche hat ein kleines Maul. Großvolumige Köder wie Boilies oder Pellets funktionieren nicht.
Beste Saison
Die beste Karauschensaison ist der Frühsommer (Mai–Juli), wenn die Fische in den flachen, warmen Uferzonen aktiv sind. Warme, ruhige Abende und die Dämmerung sind ideal. Im Hochsommer bei über 25°C Wassertemperatur lässt die Aktivität nach. Im Herbst sind noch vereinzelt Fänge möglich. Im Winter graben sich Karauschen teilweise in den Schlamm ein und sind nicht mehr zu fangen.
Profi-Tipps
Karauschen kommen oft erst in der Dämmerung richtig in Fahrt — plane dein Angeln für den späten Nachmittag und Abend. Sei extrem leise am Wasser: in kleinen Teichen spüren die Fische jede Erschütterung. Verwende lange, weiche Ruten (3,60–4,50 m), um die zarten Bisse besser erkennen und dosiert drillen zu können. Prüfe vorab, ob es sich wirklich um Karauschen handelt und nicht um Giebel — das geht am besten über die Bauchfellfarbe (Karausche: hell, Giebel: dunkel).
Häufige Fragen zum Karausche angeln
Wie unterscheide ich Karausche und Giebel?
Die Karausche hat eine konvex gewölbte Schwanzflosse, der Giebel eine leicht eingebuchtete. Das Bauchfell der Karausche ist hell, beim Giebel dunkel. Karauschen sind hochrückiger und haben eine goldene Grundfärbung. Im Zweifel hilft nur eine genaue Untersuchung.
Warum wird die Karausche immer seltener?
Der Giebel verdrängt die Karausche in vielen Gewässern. Zudem verschwinden kleine Dorfteiche und Tümpel — die typischen Karauschenbiotope. Gewässerunterhaltung und Nährstoffbelastung tun ihr Übriges. Echte Karauschenpopulationen sind in Deutschland schützenswert.
Wie groß werden Karauschen?
Typisch 15–30 cm. Fische über 35 cm sind bereits sehr gut, über 40 cm und 1,5 kg echte Trophäen. In nährstoffreichen, fischfeindlichen Teichen ohne Konkurrenz wachsen Karauschen manchmal erstaunlich gut ab.
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